ERKLÄRUNGEN

Unter dem Islamischen Recht (Scharia) wird die Gesamtheit der islamischen Gesetze verstanden. Diese sind im Koran, in den islamischen Überlieferungen und in den theologischen Auslegungen niedergeschrieben. Sie wird als von Gott gesetzte Ordnung verstanden und gilt vielen gläubigen Muslimen als Anleitung für das richtige religiöse Handeln. Da der Koran kein Gesetzestext ist, wird die Scharia in vielen islamischen Staaten zwar als eine Quelle für die Rechtssprechung anerkannt, gilt aber nicht als einziges Recht. Der Ruf nach der Einführung der Scharia steht oftmals für den Wunsch einer strengeren und traditionelleren islamischen Auslegung des Rechts.

Als Dhimmis wurden im islamischen Recht Angehörige der nichtmuslimischen Buchreligionen (Christentum und Judentum) bezeichnet, die durch die Zahlung einer bestimmten Steuer einen Schutzstatus mit eingeschränkten Rechten innerhalb der islamischen Gesellschaft erhielten. In den heutigen islamischen Gesellschaften spielt der Schutzbefohlenen-Status weitgehend keine Rolle mehr. Die christliche und jüdische Bevölkerung der weltlichen, islamischen Staaten sind gleichberechtigte Staatsbürger.

Fatma



Mein Name ist Fatma ich bin 65 Jahre alt und gläubige Muslima.
Mit meiner Familie wohne ich in einem alten Viertel von Jakarta. Mein ganzes Leben habe ich die Regeln und Traditionen des Islams befolgt und mein Glaube hat mir über viele schwere Zeiten hinweg geholfen. Aber die jüngere Generation ist verdorben. Beeinflusst von westlichem Fernsehen folgen sie egoistisch ihren persönlichen Wünschen und Vorstellungen ohne Rücksicht auf die muslimischen Werte. Ich mache mir große Sorgen um meine Enkelkinder. Meinen 15-jährigen Enkelsohn habe ich letzte Woche mit einer Zeitschrift mit halbnackten Frauenabbildungen entdeckt. Meine 13-jährige Enkeltochter zieht schon die Blicke, der Männer auf der Straße, auf sich und fühlt sich dadurch geschmeichelt, anstatt sich beschämt zu bedecken. Wie soll ich die beiden zu guten Muslimen heranziehen, wenn die Welt um sie herum keine Moral mehr kennt?
Die Menschen brauchen den Islam, der ihnen sagt, wie sie ihr Leben führen müssen. Der Islam weist jedem Menschen seinen Platz in der Gesellschaft zu. Wir brauchen eine starke Regierung, die sich traut sich zum Islam zu bekennen und das Islamische Recht ein zu führen damit wieder Recht und Ordnung auf den Straßen von Jakarta und in ganz Indonesien herrscht.
Ein starker islamischer Staat hätte die Gewalttätigkeiten der Christen auf den Molukken im Keim erstickt. Dadurch wäre das Leiden unzähliger muslimischer Brüder und Schwestern verhindert worden. Natürlich können auch Christen in Indonesien leben, aber sie müssen sich der Mehrheit unterordnen und dürfen das Moralempfinden der Muslime nicht durch unzüchtiges Verhalten oder schamlose Bekleidung verletzen. Die Christen, dürfen nicht vergessen, dass sie Dhimmis in diesem Land sind und müssen sich an die ihnen zugewiesenen Regeln halten. So Gott will!

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Informationen zu Indonesien



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Die Republik Indonesien bildet das größte Archipel der Welt und umfasst über 17,000 Inseln, wovon etwa 6000 bewohnt sind. Auf der Hauptinsel Java befindet sich der Regierungssitz.

Bevölkerung und Religionszugehörigkeit in Indonesien:
Molukken (gesamt und Südmolukken) absolute Zahlen 1995;
Indonesien gesamt 2002
Indonesien
gesamt
Molukken Stadt Ambon Südmolukken
Muslime 87% 59% 42% 22%
Christen 12% 40% 57% 77%
Andere 1% 1% 1% 1%
gesamt 217 Mio. 2.088.516 311.974 307.231


Ein Staat - viele Kulturen und Religionen

Der Bevölkerung Indonesiens gehört 450 unterschiedlichen Ethnien an und spricht um die 300 verschiedene Sprachen. Die größte Volksgruppe bilden die Maleien mit ca. 40% Javaner, 15% Sundanesen, 5% Maduresen; andere Gruppen sind z.B. die Bataker, Balinesen, Menadonesen, Dayak und Ambonesen(Molukken). Es gibt auch Chinesen, Araber, Inder, Pakistaner, Europäer und Amerikaner. Die Mehrheit der Indonesier sind Muslime (87%), die zweitgrößte Glaubensgruppe sind die Christen (12%). 1% der Bevölkerung sind Hindus und Buddhisten.


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1945 1949 1950 - 1955 1966 1969 - 1994 1997 1998 1999 1999 - 2002 2002
Unabhängigkeits-
erklärung Indonesiens nach fast 350 Jahren niederländischer Kolonial-
herrschaft.
Die Niederlande erkennt Unabhängigkeit Indonesiens an. Der neue Staat wird durch die javenesischen Indonesier regiert. Die christlichen Molukken erklären ihre Unabhängigkeit gegenüber Indonesien. Sie werden aber im folgenden Unabhängigkeits-
krieg durch die Armee Indonesiens besiegt.
General Suharto wird durch Machtergreifung Präsident Indonesiens. Beginn einer Gewaltherrschaft, in der die Bevölkerung überwacht, verschleppt und auch getötet wird.
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Durch ein staatliches Umsiedlungs-
programm (Transmigrasi) werden etwa 7 Millionen Menschen von den stark bevölkerten Inseln Java, Bali und Madura zu weniger bevölkerten Inseln, wie z.B. Sumatra, Kalimantan und den Molukken umgesiedelt.
pop up
Asiatische Wirtschaftskrise. Die Währung Indonesiens, die Rupie, fällt stark im Wert. Es kommt zu Protesten auf der Straße, die auch in Gewalt gegen die chinesische Minderheit umschlagen. Machtverlust in der Regierung und Proteste und Aufstände der Bevölkerung führen zum Rücktritt des Präsidenten Suharto: Das Ende einer 32jährigen Gewaltherrschaft. Erste freie Wahlen in Indonesien nach 32 Jahren. Gewalttätigkeiten zwischen Muslimen und Christen auf den Molukken. In den Auseinander-
setzungen sterben 6-13.000 Menschen. Ca. 700.000 Menschen fliehen vor der Gewalt.
Abkommen von Malino zur Beendigung aller Gewaltätigkeiten auf den Molukken.