ERKLÄRUNGEN

Id al-Fitr oder Ramadanfest beendet den muslimischen Fastenmonat Ramadan.
Im Türkischen auch Zuckerfest (Seker Bayrami) genannt.





Interreligiöser Dialog in Banjarmasin, initiiert von Studierenden und Dozierenden der Theologischen Hochschule und des Staatlichen Islamischen Instituts.
Foto: Christian Wagner
www.mission-21.org


Aguswati



Ich heiße Aguswati, bin 45 Jahre alt und gläubige Christin.
Von klein auf bin ich mit Muslimen aufgewachsen. Viele meiner Verwandten sind muslimisch, da meine Mutter selbst eine Muslima war. Als Kind teilte ich mein Zimmer mit meinen muslimischen Cousinen. Die haben mit uns im gleichen Haus gewohnt.
Wir haben immer gemeinsam unsere religiösen Feste gefeiert, wie Weihnachten und Id al-Fitr. Während des Ramadan habe ich bei der Zubereitung des Essens für das Fastenbrechen geholfen. Weil Muslime ja kein Schweinefleisch essen dürfen, gab es auch bei uns im Haus nie Schweinefleisch zu essen.
Jetzt, wo ich erwachsen bin, weiß ich, dass unsere Familie nur eine von vielen in Indonesien ist, in der ein friedliches Zusammenleben von Muslimen und Christen Alltag ist. Ich glaube die Mehrheit der Indonesier möchte in Frieden miteinander leben auch wenn eine Minderheit immer wieder versucht Feindbilder aufleben zu lassen und das Misstrauen zwischen Muslimen und Christen (und anderen Religionsangehörigen) zu schüren.
Da nicht alle Menschen das Glück haben mit mehreren Religionen aufzuwachsen und die anderen Religionen kennen zu lernen, organisiere ich seit 2 Jahren zusammen mit Islamischen Universität in Yogyakarta ein Treffen für junge Menschen unterschiedlicher Religionen. Bei den Treffen tauschen sie sich aus und lernen die andere Religionen über das Feiern gemeinsamer Feste kennen. Die Jugendlichen vom letzten Jahr haben sich so gut verstanden, dass sie ein Forum im Internet gegründet haben. Sie wollen andere Jugendliche neugierig machen, die jeweils andere Religion kennen zu lernen und Vorurteile bekämpfen.

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Informationen zu Indonesien



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Die Republik Indonesien bildet das größte Archipel der Welt und umfasst über 17,000 Inseln, wovon etwa 6000 bewohnt sind. Auf der Hauptinsel Java befindet sich der Regierungssitz.

Bevölkerung und Religionszugehörigkeit in Indonesien:
Molukken (gesamt und Südmolukken) absolute Zahlen 1995;
Indonesien gesamt 2002
Indonesien
gesamt
Molukken Stadt Ambon Südmolukken
Muslime 87% 59% 42% 22%
Christen 12% 40% 57% 77%
Andere 1% 1% 1% 1%
gesamt 217 Mio. 2.088.516 311.974 307.231


Ein Staat - viele Kulturen und Religionen

Der Bevölkerung Indonesiens gehört 450 unterschiedlichen Ethnien an und spricht um die 300 verschiedene Sprachen. Die größte Volksgruppe bilden die Maleien mit ca. 40% Javaner, 15% Sundanesen, 5% Maduresen; andere Gruppen sind z.B. die Bataker, Balinesen, Menadonesen, Dayak und Ambonesen(Molukken). Es gibt auch Chinesen, Araber, Inder, Pakistaner, Europäer und Amerikaner. Die Mehrheit der Indonesier sind Muslime (87%), die zweitgrößte Glaubensgruppe sind die Christen (12%). 1% der Bevölkerung sind Hindus und Buddhisten.


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1945 1949 1950 - 1955 1966 1969 - 1994 1997 1998 1999 1999 - 2002 2002
Unabhängigkeits-
erklärung Indonesiens nach fast 350 Jahren niederländischer Kolonial-
herrschaft.
Die Niederlande erkennt Unabhängigkeit Indonesiens an. Der neue Staat wird durch die javenesischen Indonesier regiert. Die christlichen Molukken erklären ihre Unabhängigkeit gegenüber Indonesien. Sie werden aber im folgenden Unabhängigkeits-
krieg durch die Armee Indonesiens besiegt.
General Suharto wird durch Machtergreifung Präsident Indonesiens. Beginn einer Gewaltherrschaft, in der die Bevölkerung überwacht, verschleppt und auch getötet wird.
pop up
Durch ein staatliches Umsiedlungs-
programm (Transmigrasi) werden etwa 7 Millionen Menschen von den stark bevölkerten Inseln Java, Bali und Madura zu weniger bevölkerten Inseln, wie z.B. Sumatra, Kalimantan und den Molukken umgesiedelt.
pop up
Asiatische Wirtschaftskrise. Die Währung Indonesiens, die Rupie, fällt stark im Wert. Es kommt zu Protesten auf der Straße, die auch in Gewalt gegen die chinesische Minderheit umschlagen. Machtverlust in der Regierung und Proteste und Aufstände der Bevölkerung führen zum Rücktritt des Präsidenten Suharto: Das Ende einer 32jährigen Gewaltherrschaft. Erste freie Wahlen in Indonesien nach 32 Jahren. Gewalttätigkeiten zwischen Muslimen und Christen auf den Molukken. In den Auseinander-
setzungen sterben 6-13.000 Menschen. Ca. 700.000 Menschen fliehen vor der Gewalt.
Abkommen von Malino zur Beendigung aller Gewaltätigkeiten auf den Molukken.