Videobotschaften

Die Intervention „Zusammenleben/Nahost“ beinhaltet die medienpädagogische Arbeit mit Jugendlichen zum Thema Zusammenleben mit speziellem Fokus auf den Nahost-Konflikt. Der Hintergrund dieses Curriculums ist ein gesellschaftlicher Kontext, in dem Migrantenjugendliche mit muslimischen Hintergrund– häufig aufgrund familiärer und freundschaftlicher Bindungen – oft stark emotional betroffen vom Nahost-Konflikt sind. Die emotionale Teilhabe an den Leidensgeschichten von Bekannten und Verwandten bleibt jedoch oftmals inhaltlich unreflektiert.

Ansatz unserer Intervention war es die Jugendlichen zur Auseinandersetzung mit den verschiedenen Perspektiven innerhalb des Konfliktes anzuregen und der eigenen Einstellungen und Emotionen im Rahmen eines kreativen Prozesses bewusst zu werden. Video ist für diesen Prozess ein ideales Werkzeug, da es erlaubt Emotionen, Fakten, Interviews, und Stimmungen einzufangen und zu vermitteln. Im Projekt ging es so vor allem um die Bewusstwerdung der subjektiven Erfahrung dieses politischen Konfliktes, und seiner sozialen und emotionalen Dimensionen. Dies heißt, dass die Jugendlichen in ihren Videoprojekten diese Thematik auf ihre eigenen Leben und die Situation ihrer Familie und Bekannten bezogen. Der Modellcharakter des Projektes besteht in der Nutzung von neuen Medien, speziell Video, in der politischen Bildungsarbeit.

Der medienpädagogische Kurs “Zusammenleben Israel/Palästina – Nahost in Berlin” wird im Ethik- und Geschichtsunterricht von 9. und 10. Klassen durchgeführt. In einem videopädagogischen Kurs erstellen Jugendliche kurze Filme zur Rolle des Nahost-Konflikt in ihrem eigenen Leben. In ihnen werden verschiedene künstlerische Methoden (Dokumentation, Interview, theatralische Umsetzung) verbunden. Diese Filme ermöglichen den Beginn eines Dialogs zwischen politischen Entscheidungsträgern und Institutionen in Deutschland, und den marginalisierten Stimmen der Jugendlichen selbst, die durch diese Filme eine Möglichkeit zur Partizipation finden.

Dieses Curriculum wurde im Jahr 2009 mit dem 1. Preis im Ideenwettbewerb der Bundeszentrale für Politische Bildung für die Arbeit mit politikfernen Zielgruppen ausgezeichnet.

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